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Zusannemhalt und Solidarität in der Nachbarschaft: Corona-Hilfe Hohe Börde

Zu Beginn der Corona-Pandemie gab es große Verunsicherung, aber eines konnten Wissenschaftler:innen, Ärzt:innen und Behörden schnell verkünden: Besonders Menschen, die zur Risikogruppe gehören, sollten die Gefahr einer Ansteckung vermeiden. Das bedeutet auch, Ansammlungen wie zum Beispiel beim Einkaufen oder anderen Erledigungen, zu meiden.

Mit viel Solidarität formierten sich in den Nachbarschaften Netzwerke aus Freiwilligen, die besonders gefährdeten Menschenihre Unterstützung anboten. So auch in der Gemeinde Hohe Börde. Hier entstand aus verschiedenen Initiativen engagierter Bewohner:innen die Corona-Hilfe Hohe Börde. Um die Engagierten bei ihren Aktivitäten zu unterstützen, kooperierte das erst kürzlich eröffnete Freiwilligenbüro aktive hohe börde mit dem Kirchengemeindeverband Irxleben-Niederndodeleben. Gemeinsam übernahmen sie die Koordinierung der Unterstützungsangebote.

Innerhalb weniger Tage haben die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen eine Online-Plattform sowie eine Hotline für die Aufnahme und Vermittlung der Freiwilligen eingerichtet. In Pressemitteilungen und über digitale Kanäle wurden Medien und Einwohner:innen informiert und zum Mitmachen aufgerufen. Eine Masken-Nähaktion ergänzte das Angebotwenig später.

"Nachbarschaftshilfe im ländlichen Raum klappt noch recht gut. Uns haben Einwohner:innen berichtet,dass die Unterstützung bei Einkäufen oder im Alltag durch die persönlichen Kontakte im Dorf bereits vor der Pandemie gut funktioniert hat. Diese Rückmeldungen haben uns einen Einblick in engagierte, meist autarke Strukturen gegeben, auf die wir gezielt zugehen konnten",erinnert sich Koordinator Maik Schulz.

Gemeinsam stark – Ein Netzwerk für die Region

In Bedarfssituationen lassen sich Kooperationen häufig besser knüpfen. So konnte das Freiwilligenbüro gleich zu Beginn der Pandemie sein Netzwerk erweitern: Zum einen durch die bereits bestehenden Unterstützungsstrukturen der Nachbar:innen und zum anderen durch den neu etablierten Hilfsknoten in Kooperation mit dem Kirchengemeindeverband. Das brachte den weiteren Vorteil mit sich, dass die Angebote schneller bekannt und besser etabliert werden konnten. Die Erfahrungen, die durch die verstärkte Nutzung digitaler Kommunikations-Tools, Clouds oder auch der Engagement-Vermittlungsdatenbank FreiNet und deren Zusammenspiel mit anderen traditionellen Medien gesammelt werden konnten, sind für Hauptamtliche und Ehrenamtliche gleichermaßen wertvoll.

ZIVILGESELLSCHAFT

Hochwasser, Flüchtlingskrise, Pandemie –Katastrophen und Ausnahmezustände zeigen uns immer wieder auf, dass wir auf die Solidarität unserer Mitmenschen zählen können. Eine zentrale Rolle übernehmendabei die sogenannten Akteure der Zivilgesellschaft.Dieser zunächst abstrakte Begriff wird mit Leben gefüllt, wenn wir auf die Vereine, Stiftungen und Organisationen vor Ort blicken, die wichtige Aufgaben in der Organisation und Koordinierung übernehmen. Allen voran Freiwilligenagenturen, -büros und Engagementzentren bilden, unterstützen und stärken die Infrastruktur des bürgerschaftlichen Engagements. Vor, während und nach der Krise machen sie Solidarität und Zusammenhalt für alle Menschen erfahrbar. Damit diese gut funktionieren können, braucht es stabile Netzwerke, beständige Förderungen und verlässliche Ansprechpartner:innen.

Konzepte für die Zukunft

Im kommenden Schritt sollen die Freiwilligen, die sich erstmalig einbrachten, für weitere Engagementmöglichkeiten begeistert und die Nachbarschaftshilfe - unabhängig von Krisen - verstetigt werden.

"Die Außenwirkung der Aktion war für die öffentliche Wahrnehmung des Freiwilligenbüros- vor allem in der Kommunalpolitik, in den Orts- und Gemeinderäten und in der Presse - groß. Gleiches gilt für die Resonanz potenzieller Helfer:innen und die Bereitschaft von engagierten Bürger:innen. Diesen positiven Aufwind werden wir nutzen, um die Angebote und Aktivitäten voranzutreiben und dieEngagierten bei der Umsetzung ihrer Ideen zu unterstützen.", erklärt Schulz die Zukunftspläne des Freiwilligenbüros aktivehohe börde.

Bereits vor der Corona-Pandemie haben Ehrenamtliche den Wunsch, eine Gruppemit Seniorenbegleiter:innen aufzubauen, an die Koordinator:innen des Freiwilligenbüros herangetragen. Diese Struktur soll nun unter Nutzung der praktischen Erfahrungen der Corona-Hilfe und unter Einbeziehung des dabei entstandenen Netzwerkes aus Freiwilligenbüro, zivilgesellschaftlichen Einrichtungen (Kirchengemeinden, "Grüne Damen", etc.), Rathausverwaltung, kommunalpolitischen Akteuren, Unterstützenden aus der Privatwirtschaftund natürlich den engagiertenMenschen vor Ort aufgebaut werden.