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Gut geschult ins Engagement: Bewegungsvideos zum Mitmachen

„Kamera … und Action!“ Im Engagementzentrum Wittenberg West beginnen die Mitglieder der BeiK-Gruppe sich im Takt der Musik aus dem CD-Player zu bewegen. Der Sitztanz, den die Engagierten im Vorfeld einstudiert haben, wird von der Bundesfreiwilligen mit einer Videokamera aufgenommen.

Im Rahmen des LAGFA-Projektes BeiK – Bewegung in Kommune bringen Engagierte, die BeiKer:innen, niedrigschwellige Bewegungsangebote in den Alltag ihrer Nachbar:innen. Ein Standort, an dem das geschieht, ist das Engagementzentrum im Nachbarschaftstreff Wittenberg West. Die BeiKer:innen stoßen bei der Konzeption ihrer Angebote auf Sitztänze, die vor allem bei den Senior:innen beliebt sind. Mit Buch und CD beginnen sie, die Tänze zu erarbeiten. „Selbst mit der Anleitung aus dem Buch fiel es den Teilnehmer:innen schwer, die Choreografien umzusetzen. Da kamen wir auf die Idee, unsere bereits erarbeiteten Tänze auf Video aufzunehmen als Hilfe für die Ehrenamtlichen, die dieses Angebot dann im Engagementzentrum umsetzen wollen“, erinnert sich die Freiwilligenkoordinatorin und Leiterin des Engagementzentrums, Birgit Maßny. Während der kontaktbeschränkten Zeit entpuppte sich ein weiterer Vorteil der Aufnahmen. Denn sie versetzten die Bei- Ker:innen in die Lage, den Teilnehmer:innen trotz räumlicher Distanz eine Anleitung für die Tänze anzubieten und zur Bewegung zu Hause zu motivieren.

Orte des lebenslangen Lernens

Das nötige Wissen, um den Videodreh zu realisieren, erhielt die Freiwilligenkoordinatorin bei einem Online-Seminar der LAGFA Sachsen-Anhalt, in dem die Grundlagen der Videoproduktion vermittelt wurden. Freiwilligenagenturen und Engagementzentren wie das in Wittenberg West sind Orte, an denen auf unterschiedliche Weise gelernt und gelehrt wird, und zwar ein Leben lang. Mit der Bereitstellung und Vermittlung von Qualifizierungsangeboten kommt das Engagementzentrum seiner Rolle als nicht-formeller Bildungsakteur nach. Besonders wertvoll sind diese Bildungsbeiträge für die Menschen, die nicht (mehr) am formalen Bildungssystem teilhaben.

Qualifizierung und Weiterbildung im Ehrenamt

Es gibt sehr viele Gründe, die für freiwilliges Engagement sprechen. Die Motivation dahinter ist eine ganz individuelle Sache. Beim Deutschen Freiwilligensurvey, einer bundesweiten Umfrage zum Thema, haben über ein Drittel der Befragten den Grund angegeben, dass sie durch ihr Engagement "Qualifikationen erwerben" möchten. Es genügt also nicht, Engagierte zu gewinnen. Sie gut für ihre Aufgaben zu qualifizieren und in ihrer Tätigkeit zu begleiten, ist mindestens genauso wichtig, um Überforderung vorzubeugen, den Zusammenhalt der Ehrenamtlichen zu stärken und das Engagement nachhaltig und abwechslungsreich zu gestalten. Diesen Auftrag nehmen Freiwilligenagenturen und Engagementzentren auch mit den vorhandenen Kontaktbeschränkungen wahr und können auch andere Vereine dabei beraten und unterstützen.