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Engagement vor Ort braucht flexible Unterstützung: Der Engagementfonds offen für Corona-Hilfen

Die Mitarbeiter:innen der LAGFA-Geschäftsstelle setzen landesweit innovative Projekte zur Engagementförderung um, zu denen auch die Netzwerkstelle „Engagierte Nachbarschaft“ zählt. Im Rahmen dieses Projektes vernetzen und unterstützen sie Kommunen, Vereine, Initiativen und Privatpersonen, die sich ehrenamtlich für Integration und gesellschaftliche Teilhabe vor Ort einsetzen. Den Schwerpunkt der Netzwerkstelle bildet dabei die Verwaltung des Engagementfonds des Landes Sachsen-Anhalt. Mit dessen Mitteln können Engagierte für ihre Vorhaben in der Nachbarschaft recht unbürokratisch finanzielle Unterstützung finden. 

Gerade zu Beginn der Corona- Pandemie rollte eine Welle der Solidarität über das Land. Zur Bewältigung der Herausforderungen initiierten engagierte Bewohner:innen in vielen Städten, Stadtteilen, Gemeinden und Dörfern ehrenamtliche Hilfen für bedürftige Menschen. Nachbar:innen wurden zu Kurieren von Lebensmitteln, nähten kurzerhand die fehlenden Alltagsmasken selbst und Feuerwehren, Sportvereine oder Jugendklubs koordinierten Hilfsangebote, richteten Sorgentelefone ein und gaben Halt.

In dieser Situation sollte Engagierten, Vereinen und Einrichtung möglichst unbürokratisch finanziell notwendige Unterstützung gewährt werden. Die Mitarbeiter: innen der Netzwerkstelle machten sich deshalb für die Öffnung des Engagementfonds für pandemiebedingte Hilfsangebote stark. Mit Erfolg: Nach Beratungen mit dem Land konnte der Fonds sehr kurzfristig auch auf Corona-Hilfen ausgedehnt werden. Die einfachen Rahmenbedingungen des Fonds bildeten dabei die entscheidende Grundlage für unbürokratische und schnelle Unterstützung Ehrenamtlicher in vielen Kommunen.

Bereits im ersten Halbjahr 2020 war der Engagementfonds nahezu ausgeschöpft, bevor er in Abstimmung mit dem Land weiter aufgestockt wurde. Ein Drittel der gesamten Fondsmittel wurde Corona- Hilfsinitiativen zugesprochen.

Gastro Hilft

Gastro Hilft ist eine Initiative, die im Verlauf der Corona-Pandemie von Gastronom:innen und Unternehmer:innen aus Halberstadt ins Leben gerufen wurde, um Menschen in Notlagen mit Lebensmitteln aus den örtlichen Supermärkten zu versorgen. Zusätzlich kochen Freiwillige einmal täglich eine Mahlzeit in Gastronomiebetrieben oder auch Privathaushalten unter Einhaltung der Hygienevorschriften und verteilen diese an Bedürftige. Die Obdachlosenunterkunft in Halberstadt wird genauso versorgt wie zu Beginn auch die zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber:innen, die zeitweise unter Quarantäne stand und deren Bewohner:innen keine Möglichkeit hatten, die Einrichtung für Einkäufe zu verlassen. Die Unterstützer:innen engagieren sich unabhängig, werden jedoch koordiniert über Online-Arbeitsgruppen in sozialen Medien. Die Ehrenamtlichen sehen ihre Initiative als Chance, Menschen mit verschiedenen Nationalitäten zusammen zu bringen und nachbarschaftliche Strukturen durch ganz praktische Hilfe für Menschen in prekären Lebenslagen zu stärken.

Evangelische Kirchengemeinde Alsleben

Gegen die Einsamkeit und das Gefühl der Isolation „anschreiben“ – das war die zündende Idee von Engagierten aus der örtlichen Kirchengemeinde. So schickten die Ehrenamtlichen regelmäßig handschriftliche Briefe an die Senior:innen der Gemeinde, die während des Lockdowns keinen Besuch empfangen konnten und zu Hause ausharren mussten. Jede:r Empfänger:in erhielt ganz persönliche Zeilen und aufmunternde Worte, verbunden mit der Botschaft, dass sie trotz der räumlichen Distanz nicht alleine sind. Antworten auf die Briefe kamen häufig und prompt per Telefon, wodurch sich weitere Kontaktmöglichkeiten und Gespräche ergaben, die die Senior:innen ihre Einsamkeit zumindest für einige Augenblicke vergessen ließen.

Sprachbrücke Halle e. V.

Bei der Sprachbrücke Halle konnten durch die Förderung aus dem Engagementfonds Ausstattung und Material für einen Frauen-Nähkurs gekauft werden. Mit dem Kurs sollte einen Ort der Begegnung für Frauen mit und ohne Migrationshintergrund entstehen, wo sie Nähen lernen, Kleidung ausbessern und neben nachbarschaftlichem Austausch vor allem Sprachpraxis eine Rolle spielt. Pandemiebedingt musste dieses Vorhaben leider verschoben werden. Dennoch kamen Maschinen und Material schnell zum Einsatz. Fünf engagierte Näherinnen legten los und fertigten Alltagsmasken vor allem für Menschen, die zur Risikogruppe zählen wie Bewohner:innen von Seniorenheimen, aber auch für Mitarbeiter: innen in Arztpraxen und Supermärkten. Für ihr Engagement durften die Freiwilligen – vor allem die syrischen Frauen – viel Wertschätzung erfahren. Das macht Lust auf mehr! So ging die ursprüngliche Idee der Frauen-Nähgruppe mittlerweile in die Umsetzung und erfreut sich großen Zulaufs von immer mehr Interessierten.